Abnehmen im Schlaf

Abnehmen im Schlaf. Für viele Menschen kann es nichts Schöneres geben. Dies gilt insbesondere deshalb, weil eine Diät stets mit Verzicht verbunden wird. Der Ernährungswissenschaftler Benjamin Oltmann hat genau dieses Konzept entwickeln. Ganz ohne Umstellungen geht es bei seinem Diät-Konzept natürlich nicht. Aber mit schmackhaften Gerichten und einer Grundidee, die Schluss macht mit dem ewigen Kalorienzählen, wird die Diät so angenehm wie möglich gestaltet.

Die Grundphilosophie von Herrn Oltmann

Zunächst sieht der Low-Carb Plan von Herr Oltmann vor, dem Körper in der langen Nachtspanne einen Großteil des Abnehmprozesses erledigen zu lassen. Denn die Nacht ist ein langer Zeitraum, in welcher der Körper ausschließlich mit dem Verbrennen von Energien beschäftigt ist ohne gleichzeitig neue Energiequellen aufzunehmen. Während der Diät wird jeder am Morgen und am Tag relativ wenig von der Diät betroffen sein. Erst am Abend werden die Zügel spürbar angezogen.

Der Diät-Plan

Am Morgen darf jeder noch eine Mahlzeit bis zu 300 Gramm zu sich nehmen, die ihn für den Tag mit den notwendigen Energien versorgt. Auch am Mittag wird dieses moderate Limit eingehalten. Der Absolvent der Diät sollte lediglich darauf achten, allmählich die Zuführung von Kohlenhydraten zu reduzieren und nicht mehr als 30 Gramm von diesem Makronährstoff zu sich zu nehmen. Erst am Abend werden die Kohlenhydrate auf deutliche 10 Gramm reduziert. Die Grenze für das Gesamtgewicht der Mahlzeit verbleibt hingegen auf den moderaten 300 Gramm. Unterstützt wird die Diät mit jede Menge Wasser, das dabei hilft, Energien pro Liter in der Größenordnung von 100 Kilogramm zu verbrennen, sowie schwarzem Tee und Kaffee. Diese Getränke helfen wiederum bei der Betäubung des Hungergefühls. Oltmann rät energisch dazu, sich auf die drei Hauptmahlzeiten am Tag zu beschränken. So hat die Insulinpumpe meistens Urlaub und die Energieverbrennung wird nicht gestört.

Warum eigentlich Low-Carb?

Low-Carb bedeutet wenig Kohlenhydrate. Tatsächlich haben Kohlenhydrate die Fette als Problemfaktor für die Gewichtszunahme immer mehr verdrängt. Zwar weisen Fette eine höhere Menge an Kilokalorien im Vergleich zu Kohlenhydraten um den Faktor 9:4 auf. Dies wird durch drei weitere Faktoren aber mehr als wettgemacht, die von den Ernährungswissenschaften mittlerweile erkannt wurden:

1. Da Kohlenhydrate aus Zuckermolekülen bestehen und Zucker kaum sättigend ist, können problemlos Unmengen an zuckerhaltigen Lebensmitteln wie Burger, Waffeln, Nudeln, Brötchen, Reis und Süßigkeiten verzehrt werden. Gerichte mit einem hohen Fettanteil wie zum Beispiel Fleischgerichte, besitzen hingegen eine hohe sättigende Wirkung, sodass der Diät-Absolvent recht schnell zum Aufhören gedrängt wird.

2. Zucker gilt zudem ähnlich wie Koffein, Alkohol und Nikotin heutzutage als Suchtmittel, das wahre Heißhungerattacken auslösen kann. Zum einen werden im Gehirn durch den Konsum von Zucker dieselben Gehirnareale im Gehirn wie bei anderen Drogen beansprucht, die mit dem Belohnungssystem in einem Zusammenhang stehen. Zum anderen werden insbesondere kurzkettige Kohlenhydrate vom Körper schnell verbrannt, sodass der ohnehin schon geringe Sättigungseffekt nicht einmal nachhaltig ist. Während der Hunger zum Beispiel bei einer üppigen Weihnachtsgans für volle elf Stunden gestillt ist, kann er sich nach dem Verzehr von zum Beispiel Fast Food schon nach einer Stunde bis zwei Stunden wieder melden. Wer an einer Zuckersucht leidet, ist im Extremfall den ganzen Tag über am Essen.

3. Hinzu kommt, dass Zucker vom Stoffwechsel prioritär verbrannt wird. Das heißt, solange der Körper mit der Verbrennung von Kohlenhydraten beschäftigt ist, kann er sich nicht adäquat um die Fettverbrennung kümmern – die Zucker-Fett-Falle schnappt zu. Die Fettreserven, die nicht verbrannt werden, finden sich nun überall als Fettpolster am Körper wieder. Außerdem werden auch überschüssige Kohlenhydrate als Fette in den körpereigenen Depots eingelagert. Insbesondere Personen, die wenig Motivation für Sport und Bewegung verspüren, leiden nun an dem Problem, dass der Körper wesentlich mehr Kalorien aufnimmt als er zu verbrennen imstande ist.

Fazit: ein attraktiver Diätplan mit wenig Verzicht

Diese Erkenntnisse nutzt Benjamin Oltmann für seinen Diät-Plan. Da in der Nacht nun die Bahn frei ist für die Fettverbrennung, da kaum noch Kohlenhydrate in den Depots gelagert sind, wird in der Nacht der Löwenanteil beim Abnehmen geleistet. Tagsüber braucht sich der Diät-Absolvent hingegen kaum mit Verzicht und Askese beschäftigt. Das leidige Kalorienzählen wird abgelöst durch ein Zählen von Kohlenhydraten, das aufgrund der Schwerpunktverlagerung der Diät auf die Nacht zudem äußerst moderat gestaltet wird.

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